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Kapitel 038 Min. Lesezeit

Krankenversicherung & Altersvorsorge: GKV vs. PKV

Beitragshöchstsätze, Tarifrisiken im Alter und clevere ETF-Vorsorge

Als Angestellter zahlte dein Arbeitgeber die Hälfte deiner Kranken- und Rentenversicherung. Als Freelancer bist du dein eigener Arbeitgeber – und musst beide Anteile alleine stemmen.

GKV vs. PKV: Der schonungslose Vergleich

Freiwillige GKV
  • Beitrag bemisst sich prozentual am Gewinn (ca. 14,0% + Zusatzbeitrag ~1,7% + Pflegeversicherung 4,0%).
  • Vorteil: Sinkt dein Einkommen in schlechten Monaten, sinkt auch der Beitrag (Mindestbeitrag ca. 180–220 €/Mo).
  • Vorteil: Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner sind kostenlos mitversichert.
  • Nachteil: Höchstbeitrag liegt bei rund 1.000–1.050 € im Monat.
Private PKV
  • Beitrag richtet sich nach Alter, Vorerkrankungen und gewählten Leistungen (Chefarzt, Einbettzimmer, Selbstbehalt).
  • Vorteil: Für junge, gesunde Gründer oft deutlich günstiger (z.B. 450–700 €/Monat).
  • Vorteil: Bessere Facharzttermine und vertraglich garantierte Leistungen.
  • Nachteil: Beiträge steigen im Alter kontinuierlich an; Kinder kosten extra; Rückkehr in die GKV ab 55 Jahren nahezu unmöglich.

Altersvorsorge: Die Gefahr der Untätigkeit

Freiberufler sind in vielen Berufen (Ausnahme: Ärzte, Anwälte, Architekten im Versorgungswerk oder Publizisten in der KSK)nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Was zunächst wie eine riesige Ersparnis aussieht, führt ohne eiserne Disziplin in die Altersarmut.

Die 20%-Faustformel für deine Altersvorsorge:

Lege mindestens 15–20% deines monatlichen Netto-Gewinns in einen breit gestreuten Welt-ETF (z.B. MSCI World / FTSE All-World) oder eine steuerlich geförderte Basisrente (Rürup-Rente, die zu 100% steuerlich absetzbar ist). Im Cockpit kannst du deine Sparrate individuell einstellen.